Computerspiel

Schnee liegt im April. In der Ukraine liegen Leichen an der Straße. Der FC Freiburg klagt gegen Bayern wegen 40 Sekunden Unterzahl und ich kann, darf, könnte, müsste wieder ohne oder mit Maske arbeiten. Alle meine Freunde haben Corona, aber die Pandemie ist ja beendet. Die Welt kommt mir gerade vor wie ein Computerspiel, für das ich den Kassenzettel verloren habe. Falscher Content oder ein Virus eingefangen. Eine Verkettung von Unverhältnismäßigkeiten. Gerne würde ich es zurückgeben, dieses Spiel. Surreale Eindrücke. Leider ist es Realität und ich bin keiner, der einfach den Netzstecker zieht und sich davonmacht, sondern Herausforderungen annimmt.

Realität ist auch, dass mein Jugendbuch Nr.2 noch immer seit mehr als einem Jahr geprüft wird und ich gerade Jugendbuch Nr.3 nach Feedback von meiner Agentur überarbeite. Ich trete gefühlt auf der Stelle, hoffe so sehr, dass es endlich klappt mit dem Verlagsvertrag, doch ich fürchte das schwere Thema des zweiten Jugendbuches passt alles andere als in den Zeitgeist. Trotzdem gebe ich die Hoffnung nicht auf. Gerade in diesen Tagen sind Gedanken über Tod und Leben, über das Wesentliche auf dieser Erde doch wichtiger als alles andere. Das Computerspiel hat bestimmt auch noch bessere Level und irgendwann wird es klappen. Das mit dem Frieden, meine ich.

Ich frage mich immer, was kann ich tun? Wie kann ich etwas an der Welt verbessern. Wie kann ich auch die Welt in mir verbessern.In dieser Zeit. Heute und hier. Und ich drehe mich und drehe mich. Suche Antworten und lande irgendwann wieder bei Buchstaben, die sich zu einer Geschichte sammeln. Geschichten und Bücher schaffen es, sich mit der Welt auseinadnerzusetzen. Sich in Personen hineinzufühlen. Sein eigenes Leben nicht so wichtig nehmen und sich in Rollen von anderen hineinzuversetzen. Prozesse überdenken. Weltwissen anreichern. Lachen. Aus Fehlern lernen. Die Welt durch andere Augen sehen. Weinen. Alleine mit sich und der Welt sein. Geschichte rückwirkend verstehen. Sich in die Zukunft ausmalen. Die Realität vergessen. Zaubern. Heilen. Reisen. Bleiben. Berge, Meere, Wälder. Mit Worten kämpfen. Argumentieren. Lösungen suchen. Nachfragen. Nicht aufhören, sich Gedanken zu machen. Alles das kann Literatur. Daher vielleicht auch ein kleiner Beitrag für eine Welt in Frieden. Wenn jeder sein Beitrag gibt, dann sind wir schon einen Schritt weiter.

Ich wünsche euch ein frühlingshaftes Trotzdem-Gefühl und gute Geschichten.

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